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REA-Setup: mit OpenCode analysieren, mit Claude bauen

REA in OpenCode oder Pi einrichten, ein Free-Modell wie DeepSeek V4.1 Flash wählen, eine App zerlegen und die Spezifikation an Claude Code übergeben. Mit Kosten, Sicherheit und Recht.

Stand 28. Oktober 2026

REA steht für Reverse Engineer Anything und hat auf GitHub über 400.000 Sterne. Du zeigst deinem Agent eine App, und er findet heraus, wie ein Feature darin funktioniert, mit einem Beleg für jede Erkenntnis. Bricht Claude dabei ab, verlegst du die Analyse in einen anderen Harness mit einem anderen Modell und gibst Claude Code danach nur das Ergebnis zum Bauen.

Prinzip vorweg: Ein Modell untersucht, Claude Code baut. Dazwischen liegt eine Spezifikation in deinen eigenen Worten, kein fremder Code.

Was REA macht

REA ist ein MCP-Server mit Kommandozeile, MIT-lizenziert, von GitHub-User morluto. MCP ist das Protokoll, über das ein Agent externe Werkzeuge aufruft. REA selbst ist kein neuer Decompiler, sondern die Brücke zwischen deinem Agent und den Werkzeugen, die es schon gibt.

  • JavaScript- und Electron-Apps (viele Desktop-Apps sind so gebaut) und .NET analysiert REA statisch, ohne Zusatzsoftware.
  • Native Programme aus C, C++, Rust oder Go brauchen Hopper, Ghidra oder IDA. Ghidra ist kostenlos, Hopper und IDA musst du legal besitzen.
  • Dazu kommen Websites, Android-APKs, Netzwerkmitschnitte und weitere Formate, jeweils mit eigenen Voraussetzungen.

Die Analyse läuft lokal auf deinem Rechner. Die Ergebnisse gehen an das Modell, das dein Agent benutzt. REA liefert dabei Pseudocode, Module und Zusammenhänge, nicht den Original-Quellcode.

Warum Claude bei REA abbricht

Seit etwa dem 21.10.2026 berichten viele Nutzer, dass Claude REA-Sessions mitten in der Antwort beendet und sich auch mit umformulierten Anfragen nicht umstimmen lässt. Eine Aussage von Anthropic zu REA gibt es nicht. REA führt Claude Code weiterhin als unterstützten Agent.

Anthropic setzt bei seinen Modellen Safety-Classifier ein, die Sicherheitsarbeit unterbrechen können. Frei nutzbar sind Code-Reviews, Threat Modeling, das Patchen bekannter Lücken und die Suche nach Schwachstellen im eigenen Quellcode. Das Zerlegen fremder Programme gehört nicht dazu, und genau dort brechen die Sessions ab: bei dekompiliertem Code, Firmware und Protokollen.

Bevor du installierst

Mit dem Hype kamen Fälschungen. Am 13.10.2026 wurde auf GitHub eine Kopie unter rea-tools/rea gemeldet, die eine angebliche Windows-EXE verteilte. Microsoft Defender hat die Datei als Trojaner erkannt. REA hat keinen Windows-Installer mit grafischer Oberfläche, jede „REA.exe“ von woanders behandelst du als Schadsoftware.

  1. Installier REA nur aus diesen drei Quellen: github.com/morluto/rea, rea.tools oder das npm-Paket rea-agents.
  2. Starte das Setup aus einem Ordner, dem du vertraust, etwa deinem Home-Ordner, und nicht aus dem Ordner der App, die du untersuchen willst.
  3. Unbekannte Programme öffnest du nur in einer virtuellen Maschine oder einem Container ohne Zugangsdaten. REA ist keine Sandbox: Die Analyse läuft mit deinen Benutzerrechten.
  4. Fang mit einer statischen Analyse an, etwa einer Electron-App, die du selbst installiert hast. Die braucht keinen Decompiler.

OpenCode und REA einrichten

OpenCode ist ein Open-Source-Agent fürs Terminal, ähnlich wie Claude Code, aber mit freier Modellwahl. Das ist der Hauptweg.

1. Node.js prüfen. REA braucht Node.js 22 (ab 22.23.4), 24 (ab 24.22.1) oder 26.12.1 und neuer.

Node-Version prüfen
node --version

2. OpenCode installieren.

OpenCode installieren
curl -fsSL https://opencode.ai/v2/install | bash

3. REA einrichten. Das Setup zeigt dir eine Liste von Agents. Wähl dort OpenCode aus, prüf die angezeigten Änderungen und bestätige. REA trägt sich als MCP-Server in deine OpenCode-Config ein, installiert eine passende Anleitung für den Agent und legt vorher ein Backup an.

REA einrichten
cd ~
npx rea-agents setup

4. Prüfen. Starte OpenCode danach neu und schau, ob REA verbunden ist.

Verbindung prüfen
opencode mcp list

In der Liste muss rea als verbunden auftauchen. Wenn nicht, aktualisierst du das Setup mit npx rea-agents@latest setup und startest OpenCode neu.

Das Free-Modell wählen

Starte OpenCode im Ordner deines Projekts und öffne die Modellauswahl:

In OpenCode
/models

Dort wählst du eins der beiden Modelle:

Modell in der Liste ID
DeepSeek V4.1 Flash Free opencode/deepseek-v4.1-flash-free
GLM-5.3-Flash Free opencode/glm-5.3-flash-free

Beide sind bei OpenCode für begrenzte Zeit kostenlos, Stand 28.10.2026. Der Anbieter speichert bei beiden keine Daten und trainiert nicht mit deinen Eingaben. Siehst du die Modelle nicht, verbindest du mit /connect dein OpenCode-Konto. Die Auswahl gilt für die aktuelle Session.

Alternative: Pi mit OpenRouter

Pi ist ein minimaler Agent-Harness, den du dir mit Erweiterungen selbst zusammenbaust. Mit einem OpenRouter-Key zahlst du pro Token und hängst nicht am zeitlich begrenzten Free-Angebot von OpenCode.

Pi installieren und starten
curl -fsSL https://pi.dev/install.sh | sh
cd /pfad/zu/deinem/projekt
pi

In Pi verbindest du OpenRouter und wählst das Modell, etwa DeepSeek V4.1 Flash:

In Pi
/login openrouter
/model

REA richtest du genauso ein wie oben mit npx rea-agents setup, nur wählst du in der Liste Pi aus. REA schreibt den Server dann nach ~/.pi/agent/mcp.json. Prüfen kannst du das mit pi mcp list, in einer laufenden Pi-Session lädst du die Server mit /reload neu.

Die App analysieren

In OpenCode gibst du dem Modell jetzt den Auftrag. Wichtig ist, dass am Ende eine Datei mit einer Spezifikation steht, und zwar in eigenen Worten, ohne dekompilierten Code. Ersetz App, Pfad und Feature durch deine eigenen.

Prompt für die Analyse in OpenCode

Nutze REA und untersuche die App unter /Applications/BeispielApp.app. Ich will verstehen, wie das Feature „Export als PDF“ funktioniert.

Finde heraus:

  • welche Schritte der Nutzer sieht und was dabei im Hintergrund passiert
  • welche Daten das Feature liest und schreibt, mit Formaten und Feldern
  • welche Bibliotheken und Schnittstellen beteiligt sind
  • welche Grenzfälle und Fehlermeldungen es gibt

Belege jede Erkenntnis mit der Evidence aus REA. Was du nicht belegen kannst, markierst du als offen.

Schreib das Ergebnis nach rea-analyse/spezifikation.md. Beschreib das Verhalten in eigenen Worten. Kopier keinen dekompilierten Code, keinen Pseudocode, keine Original-Texte und keine Grafiken in die Datei.

Lies die Datei danach selbst durch, bevor du weitermachst.

Übergabe an Claude Code

Claude Code bekommt nur die Spezifikation, nicht die App und nicht die REA-Ergebnisse. So entsteht deine eigene Version des Features statt einer Kopie, und Claude Code hat eine saubere Vorlage, aus der es planen und testen kann. Öffne Claude Code im Projektordner, in dem rea-analyse/spezifikation.md liegt.

Prompt für Claude Code

Lies rea-analyse/spezifikation.md. Das ist die Beschreibung eines Features, das ich in meiner eigenen App nachbauen will.

Bau es neu, nur auf Basis dieser Beschreibung. Nimm eigene Namen, eigene Texte und eigene Grafiken. Stack: [dein Stack, zum Beispiel Electron mit TypeScript].

Mach zuerst einen Plan mit den Bausteinen und den offenen Punkten aus der Spezifikation und warte auf mein OK. Schreib danach für jedes beschriebene Verhalten einen Test und bau, bis alle Tests grün sind.

Offene Punkte aus der Spezifikation klärst du vorher mit einer zweiten Analyse-Runde in OpenCode, nicht mit Raten in Claude Code.

Kosten und Modellvergleich

Weg Kosten
OpenCode mit Free-Modell 0 $, solange das Angebot läuft
OpenRouter, DeepSeek V4.1 Flash 0,14 $ je 1 Mio. Input-Token, 0,42 $ je 1 Mio. Output-Token

Schwach ist DeepSeek dabei nicht. Im Intelligence Index von Artificial Analysis kommt DeepSeek V4.1 Flash auf 32 Punkte, Claude Opus 5.5 in der niedrigsten Denkstufe auf 35. Die höheren Opus-Stufen liegen mit 48 bis 58 Punkten klar darüber. Für die Analyse reicht das günstige Modell, für das Bauen nimmst du Claude Code.

Sicherheit: dem Agent Grenzen setzen

Claude Code fragt standardmäßig nach, bevor es Befehle ausführt. OpenCode erlaubt dagegen standardmäßig fast alles, nur beim Lesen von .env-Dateien fragt es nach. Pi fragt gar nicht. Der Agent darf auf deinem Rechner also alles, was du darfst.

In OpenCode stellst du das um. Trag diese Regeln in deine globale Config unter ~/.config/opencode/opencode.jsonc ein, dann fragt OpenCode vor jedem Shell-Befehl und jeder Dateiänderung:

Nachfragen in OpenCode einschalten
{
  "$schema": "https://opencode.ai/config.json",
  "permissions": [
    { "action": "shell", "resource": "*", "effect": "ask" },
    { "action": "edit", "resource": "*", "effect": "ask" }
  ]
}

Steht in der Datei schon etwas, ergänzt du nur den Block permissions. Dazu gilt: Dateien, die du analysierst, können Text enthalten, der wie eine Anweisung an den Agent aussieht. Lass deshalb keine Zugangsdaten, Keys oder Kundendaten in dem Ordner oder der Maschine, auf der die Analyse läuft.

Was erlaubt ist

Kurz und ohne Rechtsberatung, für Deutschland:

  • Beobachten, untersuchen, testen ist erlaubt. Nach § 69d Abs. 3 UrhG darfst du bei einem Programm, das du rechtmäßig nutzt, herausfinden, welche Ideen und Grundsätze dahinterstecken, solange du es dabei normal lädst, laufen lässt oder speicherst.
  • Dekompilieren ist enger. § 69e UrhG erlaubt es nur, wenn es für die Zusammenarbeit mit einem eigenen, unabhängig geschriebenen Programm unerlässlich ist. Die Ergebnisse darfst du nicht für ein Programm nutzen, das dem Original im Wesentlichen ähnlich ist.
  • Einen Klon verkaufst und verbreitest du nicht. Ideen und Funktionen sind nicht geschützt, Code, Texte, Grafiken, Marken und Design schon.

REA selbst schließt außerdem aus, damit DRM, Lizenzprüfungen oder Anti-Cheat zu umgehen und geschützten Code oder Assets zu kopieren. Bleib bei Software, die du besitzt oder untersuchen darfst, und bau deine eigene Version des Features.

Ich baue Systeme, die dir im Alltag Arbeit abnehmen.

Bearbeite deine Videos direkt in deinem Claude Code.

Du nimmst auf, dein System schneidet: Versprecher raus, Untertitel und Grafiken drauf. Ich richte es dir ein und betreue es.

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